Die Industrie hinter der Mitragyna Speciosa (Kratombaum):

Weltweit gibt es viele Informationen über den Roten Sentolbaum zu finden, welcher im Allgemeinen als Kratombaum bekannt ist und seine unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten wie zum Beispiel das Färben, sodass in den letzten Jahren eine große Industrie rund um diese Pflanze entstanden ist. Einige Mythen möchten wir gerne aufklären.

Die falschen „Herkunftsbezeichnungen“:

Um noch mehr Kratom zu verkaufen, hatte manch findiger Verkäufer aus Indonesien die Idee, Mitragyna Speciosa Blattwerk mit unterschiedlichen Bezeichnungen zu verkaufen, die suggerieren sollen, dass das Produkt aus unterschiedlichen Teilen Asiens kommt.

Dies ist wohl der bis heute am häufigsten verbreitete Irrglaube rund um diese Pflanze. 95 % des auf dem Weltmarkt zur Verfügung stehenden Kratom kommt aus der Region Jongkong auf Borneo, Indonesien, wo es auf Farmen angebaut wird. Das bedeutet, dass es fast ausgeschlossen ist, dass ein Produkt namens "Malaysian Green" aus Malaysia stammt.

Als der Markt noch nicht so überlaufen war und es nur einige wenige kommerzielle Großhändler gab, produzierten diese, die von ihnen unterschiedlich bezeichneten Produkte in festgelegten Mischverhältnissen, sodass der Kunde das Gefühl hatte, dass es sich wirklich um ein anderes Produkt handelt.

Leider bewerben bis heute viele Anbieter ihre Produkte nach denselben veralteten Mustern, ohne den Kunden darüber aufzuklären, sodass dieser Mythos bis heute omnipräsent ist. Deshalb verzichten wir konsequent auf die Wiederverwendung der Bezeichnungen unserer Großhändler.

Der naturbelassene und wildwachsende Mitragyna Speciosa Baum, oder etwa nicht?

Vor gut einem Jahrzehnt stammt das auf dem Markt verfügbare Kratom überwiegend von wildwachsenden Bäumen. Diese Bäume waren teilweise bis zu 30 Meter hoch und den Erntehelfern fehlte schlichtweg das Equipment, um so einen wildwachsenden Baum sicher abzuernten. In der Folge wurden die Bäume oft gefällt, um so leichter an die Blätter zu gelangen. Dadurch sind einige dieser Bäume verschwunden.

Aufgrund der steigenden Nachfrage und den immer schwieriger zu findenden Bäumen, begannen die ersten Einheimischen ihre nicht mehr ertragsfähigen Kautschukbäume durch Kratombäume zu ersetzen. Mittlerweile gibt es auf dem Markt kaum noch Kratom, welches nicht auf Farmen angebaut wurde. Der überwiegende Teil wird auf den heute zahlreich vorhandenen Farmen angebaut und schafft den Einheimischen somit eine wichtige Lebensgrundlage, ohne die sie nur schwer überleben könnten. Für die Ernte von beschnittenen Farmbäumen benötigen die Erntehelfer weniger Zeit und kein Sicherungsequipment, was einen niedrigeren Preis und eine höhere Verfügbarkeit garantiert.

Leider gibt es in Indonesien bis heute keine gesetzlichen Qualitätsansprüche zur Erzeugung von Mitragyna Speciosa Produkten. Zwar gibt es mittlerweile einige indonesische Großhändler, die ihre Bauern schulen, wie man ein qualitativ hochwertiges Produkt erzeugt, aber dies ist in vielen Fällen nicht der Standard. Die geschulten Bauern trocknen das Blattwerk in eigens dafür konstruierten Trockenhäusern, aber oft findet man noch Kratom auf dem Markt, was neben einer Straße auf einer Plane getrocknet wurde. Letztere Verarbeitungsart ist mit die Hauptursache für die Verunreinigung von den Endprodukten mit Sand, weshalb wir von solchen Produkten nur abraten können.

Auch der Einsatz von Pestiziden im Anbau von Kratom wird standardmäßig nicht kontrolliert, sodass man sich als Kunde darauf verlassen muss, dass der Händler des Vertrauens mit einem Großhändler zusammenarbeitet, der seine Bauern dementsprechend geschult hat, auf solche Mittel zu verzichten. Starke und ausgewachsene Bäume brauchen keine Pestizide. Zu oft abgeerntete oder sehr junge Bäume sind hingegen anfällig für Krankheiten oder Insektenbefall. Wir kontrollieren deshalb jeden Batch auf Rückstände von Pestiziden und arbeiten ausschließlich mit erfahrenden Großhändlern zusammen, welche in engen Kontakt mit ihren Bauern stehen und sie schulen, auf den Einsatz von Pestiziden zu verzichten.

Indonesien gehört trotz seiner Schönheit zu den Ländern mit der schlimmsten Umweltverschmutzung. Unter anderem werden die so zahlreich in Indonesien vorkommenden kommerziellen Palmbäume, welche für die Herstellung von Palmöl benötigt werden, unter Einsatz von großen Mengen Pestiziden angebaut. Diese Pestizide gelangen durch natürliche Kreisläufe zurück ins Grundwasser oder regnen sich an anderer Stelle ab, sodass wir immer wieder in Kratom, welches professionell angebaut wurde, kleine Rückstände nachweisen können. Die in Deutschland zur Verfügung stehenden Messmethoden sind äußerst sensibel und entdecken bereits minimale Spuren. Sowas kommt übrigens nicht nur in Indonesien vor, denn auch deutsche Biobauern beklagen oft Pestizidrückstände auf ihren Produkten, welche vom kommerziellen Nachbarfeld kommen (https://www.oekolandbau.de/bio-im-alltag/bio-fuer-die-umwelt/klima-und-natur/pflanzenschutzmittel-belasten-luft-und-oekolandbau/).

Bedenkliche Produkte mit größeren Verunreinigungen landen nicht im Verkauf und werden von uns entsorgt, da sie nicht unseren Qualitätsansprüchen genügen. In den letzten Jahren konnten wir vieles in Kooperation mit unseren Großhändlern verbessern, sodass wir oft gar keine Pestizide mehr nachweisen können. Wir stellen transparent für jeden Batch ein entsprechendes Ergebnis zur Verfügung.

Farmbäume

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Wilde Kratombäume

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